Kein Standard.Offen zur Prüfung.
XAES-512 ist die Weiterentwicklung des 2007 veröffentlichten Protectstar Extended AES — ein von Rijndael abgeleiteter Entwurf mit 512-Bit-Block, 24 Runden und einer modernen AEAD-Hülle. Veröffentlicht, damit es unabhängig geprüft werden kann.
Ein Review-Entwurf — kein produktionsfreigegebener AES-Ersatz.
XAES-512 ist keine FIPS-197-AES-Implementierung und kein Drop-in-Ersatz für AES-128/192/256. Version 2.0 rev4.2 ist als offener Review-Entwurf veröffentlicht — zur unabhängigen Kryptanalyse, Implementierungsprüfung und Community-Feedback, nicht als produktionsfreigegebener Algorithmus.
Vier Zahlen, die das Design beschreiben.
XAES-512 lässt sich auf wenige Kennzahlen herunterbrechen — jede mit klarer technischer Bedeutung, ohne Überlegenheitsbehauptung.
Worin sich die Verfahren unterscheiden.
Der Standard-AES nach FIPS 197 ist exzellent und bleibt die Referenz. XAES-512 ist ein eigenständiger, von Rijndael abgeleiteter Entwurf mit größerem Block — kein Ersatz, sondern ein offen zur Prüfung veröffentlichter Vorschlag.
* In der mitgelieferten strukturellen Diffusionsmessung erreichen die ShiftRows-Offsets {0,1,4,5} volle Diffusion nach 4 Runden; das naive Muster {0,1,2,3} benötigt 6 Runden. Standard-AES erreicht volle Diffusion in dieser Messung bereits nach 2 Runden in seiner kleineren 4×4-Matrix. Die Diffusionsaussage ist über diffusion_check.py reproduzierbar; die Core-KATs prüfen ergänzend die korrekte Umsetzung des Core-Ciphers.
Ein größerer Block pro Schritt.
Jede Zelle ist ein Byte. Die größere Matrix verarbeitet mehr Daten pro Block — und vergrößert den internen Zustand, über den jede Runde mischt.
24 Runden.
XAES-512 verwendet 24 Runden auf einer 4×16-Zustandsmatrix. Die inneren Runden folgen dem Rijndael-Prinzip aus AddRoundKey, SubBytes, ShiftRows und MixColumns; die genaue Rundenstruktur ist im Spezifikations-PDF definiert.
Drei Eigenschaften, sachlich beschrieben.
Authentifizierte Verschlüsselung
XAES-512 ist eine AEAD-Konstruktion nach dem Encrypt-then-MAC-Prinzip: CTR für die Vertraulichkeit, HMAC-SHA-512 für Integrität und Authentizität. Manipulierte Nachrichten werden vor der Entschlüsselung erkannt.
Standardisierte Schlüsselableitung
Passwörter werden per PBKDF2-HMAC-SHA-512 mit zufälligem Salt pro Nachricht abgeleitet, gefolgt von HKDF-SHA-512 zur Schlüsseltrennung. Profil 0x02 verwendet 220.000 PBKDF2-Iterationen; Passwörter werden UTF-8-kodiert und NFC-normalisiert.
Offen & reproduzierbar
Kein Security-through-Obscurity. Spezifikation, Referenzimplementierung, Known-Answer-Tests und Werkzeuge werden als Apache-2.0-Bundle veröffentlicht — damit jeder das Verfahren nachbauen und prüfen kann.
Die Spezifikation im Überblick.
Aufbau, Schlüsselableitung, Runden und Diffusion. Die normative Fassung ist das Spezifikations-PDF im Bundle.
1 Herkunft & Einordnung Rijndael-Basis · Abgrenzung zu FIPS-197-AES ▾
XAES-512 baut auf dem 2007 veröffentlichten Protectstar Extended AES auf. Es verwendet eine 4×16-Zustandsmatrix (512 Bit) statt der 4×4-Matrix (128 Bit) des Standard-AES und übernimmt AddRoundKey, MixColumns und die SubBytes-S-Box von Rijndael unverändert; ShiftRow-Offsets, Rundenzahl und Schlüsselexpansion sind erweitert.
Der Name steht heute für „Extended Algorithm, Enhanced Security“. XAES-512 ist kein AES im Sinne von FIPS 197 und kein Ersatz dafür.
2 Aufbau: authentifizierte Verschlüsselung (AEAD) CTR · HMAC-SHA-512 · Encrypt-then-MAC ▾
XAES-512 stellt eine einzige, authentifizierte Konstruktion bereit — nicht mehrere frei wählbare Betriebsarten. Vertraulichkeit liefert der Counter-Modus (CTR); Integrität und Authentizität liefert HMAC-SHA-512 nach dem Encrypt-then-MAC-Schema (generische Komposition nach Bellare–Namprempre). Das Authentifizierungs-Tag wird vor jeder Entschlüsselung geprüft.
Das Nachrichtenformat ist als Wire-Format v1 (Profil 0x02) festgelegt. Zugehörige Daten (Associated Data) werden in die Authentifizierung einbezogen.
3 Schlüsselableitung (KDF) PBKDF2-HMAC-SHA-512 · HKDF · Salt pro Nachricht ▾
Aus dem Passwort wird per PBKDF2-HMAC-SHA-512 ein Schlüssel abgeleitet — mit einem zufälligen Salt je Nachricht und 220.000 Iterationen (Profil 0x02). Anschließend trennt HKDF-SHA-512 die Schlüssel für Verschlüsselung und Authentifizierung. Passwörter werden UTF-8-kodiert und Unicode-NFC-normalisiert, damit gleiche Eingaben plattformübergreifend denselben Schlüssel ergeben.
Das im Header übertragene Iterationsfeld ist nach oben begrenzt (Implementierungsgrenze), damit eine Nachricht vor der Tag-Prüfung keinen übermäßigen Rechenaufwand erzwingen kann.
4 Gesamtzahl der Runden Herleitung der 24 Runden ▾
Die Rundenzahl folgt der im Dokument beschriebenen Rijndael-abgeleiteten Herleitung: maßgeblich ist die größere Wortzahl aus Block- und Schlüsselgröße. Beim 512-Bit-Block sind das 16 Wörter → 22 Runden; Profil 0x02 ergänzt zwei weitere Runden im Zusammenhang mit der erweiterten ShiftRows-Struktur, also 24 Runden insgesamt.
5 Schlüsselexpansion Erweiterter KeyExpansion-Prozess ▾
Erweiterter KeyExpansion-Prozess auf Basis der Rijndael-Spezifikation:
KeyExpansion(byte Key[4*Nk], word W[Nb*(Nr+1)])
{
for (i = 0; i < Nk; i++)
W[i] = (Key[4*i], Key[4*i+1], Key[4*i+2], Key[4*i+3]);
for (i = Nk; i < Nb*(Nr+1); i++) {
temp = W[i-1];
if (i % Nk == 0 || (i % Nk == 4 && Nk > 6))
temp = SubByte(RotByte(temp)) ^ Rcon[i / Nk];
else if ((i % Nk == 8 || i % Nk == 12) && Nk > 6)
temp = SubByte(temp);
W[i] = W[i-Nk] ^ temp;
}
} 6 ShiftRow & Diffusion Offsets {0,1,4,5} · diffusion_check.py ▾
Mit den Standard-Offsets {0,1,2,3} erreicht die 512-Bit-Variante in der mitgelieferten strukturellen Diffusionsmessung volle Diffusion erst nach 6 Runden. Die gewählten Offsets {0,1,4,5} erreichen sie in dieser Messung nach 4 Runden.
Die Diffusionsaussage ist über das Werkzeug diffusion_check.py im Bundle reproduzierbar. Die Datei core-kats.json enthält zusätzliche Known-Answer-Tests für den Core-Cipher.
Referenzen. FIPS 197 (AES) · FIPS 180-4 (SHA) · FIPS 198-1 / RFC 2104 (HMAC) · RFC 8018 (PBKDF2) · RFC 5869 (HKDF) · NIST SP 800-38A (Betriebsarten) · Bellare–Namprempre 2000 (authentifizierte Verschlüsselung) · Daemen–Rijmen, „AES Proposal: Rijndael“ · OWASP Password Storage Cheat Sheet. Die vollständigen Angaben enthält das Spezifikations-PDF.
Was XAES-512 (noch) nicht ist.
Zur ehrlichen Einordnung eines Public-Review-Entwurfs gehört, die Grenzen klar zu benennen.
- Experimentell, in öffentlicher Prüfung. Eine abgeschlossene unabhängige Kryptanalyse des Core-Ciphers steht aus. Die Veröffentlichung dient genau dieser Prüfung.
- Kein FIPS-197-AES. XAES-512 ist nicht in FIPS 197 standardisiert, nicht CAVP-/FIPS-validiert und nicht interoperabel mit AES-128/192/256.
- Informative Referenzimplementierung. Derzeit liegt eine Java-Referenzimplementierung vor; eine unabhängige Zweitimplementierung, unter anderem in Rust, ist geplant.
- Nicht side-channel-gehärtet. Die Java-Referenzimplementierung ist ein nachvollziehbares Referenzartefakt, keine constant-time Produktionsimplementierung.
- Eingefrorenes Format. Wire-Format v1 / Profil 0x02 ist festgelegt; künftige Profile, zum Beispiel mit Argon2id, werden getrennt geplant.
- Kein Produktionsersatz während der Review. Für Produktivsysteme bleiben etablierte, standardisierte Verfahren die richtige Wahl, solange die Prüfung läuft.
Das vollständige Public-Review-Bundle.
Das ZIP-Bundle ist das maßgebliche Artefakt: Spezifikation, Referenzimplementierung, Known-Answer-Tests, Werkzeuge und Governance-Dokumente in einem Paket. Die PDFs sind ergänzende Komfort-Downloads.
XAES-512 Public-Review-Bundle
Protectstar-XAES-512-spec-v2.0-rev4.2-2026-06-03.pdf PDF Referenzimplementierung (informativ)
Protectstar-XAES-512-reference-implementation-v2.0-rev4.2-2026-06-03.pdf TXT Build-Manifest & SHA-256
BUILD-MANIFEST-rev4.2.txt
Die technischen Unterlagen liegen auf Englisch vor. Prüfe das Paket nach dem Download mit sha256sum gegen den oben angegebenen Wert; im entpackten Bundle deckt SHA256SUMS jede einzelne Datei ab. Die historische Version 1.0 von 2007 bleibt als Archivfassung verfügbar.


